Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Frau Dr. Omar, eine plastisch-ästhetische Operation ist nicht immer die Methode erster Wahl. Oftmals lassen sich mit gezielten Anti-Aging Maßnahmen Alterserscheinungen mildern. Wie entscheiden Sie, ob eine Operation nötig ist oder Botox & Co noch ausreichend sind?
Beim Beratungsgespräch frage ich immer als Erstes, was die Patientin oder den Patienten stört. Handelt es sich zum Beispiel um die tiefe Zornesfalte, ist Botox das Mittel der Wahl, stören die Schlupflider, empfehle ich eine Oberlidstraffung. Bei dann tiefer sitzenden Augenbrauen empfehle ich als Ergänzung nach der Heilungsphase unter Umständen eine Behandlung mit Botox.
Wie gehen Sie an das Gesicht einer Patientin, die eine Anti-Aging Behandlung wünscht, heran?
Jeder sieht sich selbst anders im Spiegel als sein Gegenüber. Ich analysiere das Gesicht unterteilt in mimische und statische Falten und gehe auf die Probleme ein, die die Patientin korrigiert haben möchte. Außerdem mache ich Vorschläge, was zusätzlich auffällt und verbessert werden könnte. Die Behandlung richtet sich aber nach dem Wunsch der Patientin selbst.
Welche Materialien verwenden Sie in welchen Regionen?
Botox verwende ich in der Regel oberhalb der Jochbeinregion, Hyaluronsäure und Polymilchsäure unterhalb der Jochbeinregion.
Macht es einen Unterschied, ob Sie einen Mann oder eine Frau vor sich haben?
In der Regel nicht. Bei der Botox-Therapie benötigen die Männer jedoch wesentlich mehr Einheiten, also eine höhere Dosierung, als die Damen.
Haben Sie als Frau einen anderen Blickwinkel auf das Gesicht einer weiblichen Patientin als ein männlicher Arzt?
Sicherlich kann ich aus meinem Blickwinkel Probleme schneller nachvollziehen, da man als Frau selbst täglich damit konfrontiert wird.
Welche anderen Probleme außer der Reduzierung von Falten lassen sich z.B. mit Hyaluronsäure mildern?
Mit Hyaluronsäure lässt sich zum Beispiel die Tränenrinne gut ausgleichen, indem man den Übergang vom Jochbogen zum Unterlid harmonisiert.
Gibt es einen Trend in der nicht-chirurgischen Anti-Aging Medizin?
Definitiv Natürlichkeit. Keiner will aufgespritzt aussehen. Die positiven Seiten des Gesichtes sollen hervorgehoben werden, die negativen kaschiert.