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Metabolisches Syndrom

  

Interview mit Dr. med. Sudholt

Die Folgeerkrankungen von Übergewicht gehören zu den großen gesundheitlichen Bedrohungen unserer Zeit. Stellen sich bei übergewichtigen Menschen Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und ein gestörter Zuckerstoffwechsel (Insulinresistenz) ein, so sprechen Mediziner von einem Metabolischen Syndrom. Etwa 25 Prozent aller Bundesbürger, d.h. ungefähr 20 bis 25 Millionen Menschen, sind davon betroffen. Das Metabolische Syndrom als Folge eines insbesondere bauchbetonten Übergewichts ist als Vorbote eines Diabetes mellitus und schwerwiegender Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zu werten.

Packt man das Übel an der Wurzel, indem man das Übergewicht durch gesunde Ernährung und Sport bekämpft, so sind oft in kurzer Zeit erhebliche Verbesserungen des Risikoprofils zu erzielen. Dr. med. Hans Werner Sudholt, Facharzt für Innere Medizin sowie Magenballon-Experte an den Medical One-Kliniken in Wiesbaden und Stuttgart, erklärt im Interview, warum sich eine ausgewogene Ernährung so positiv auf das Metabolische Syndrom auswirkt und wie Übergewichtige den Weg zu einer maßvollen Nahrungsaufnahme finden.

Medical One: Dr. Sudholt, ab wann, kann Übergewicht krank machen? Gibt es einen bestimmten BMI-Wert, ab dem Mediziner von einem erhöhten gesundheitlichen Risiko sprechen?

Dr. Sudholt: In einer großen Metaanalyse an fast einer Million Patienten wurde Folgendes festgestellt: Ab einem BMI von etwa 25 bedingte eine BMI-Zunahme um den Wert 5 eine Zunahme des Sterberisikos um 30%. Vor allem das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle stieg mit zunehmendem BMI steil an. Ein BMI zwischen 30 und 35 bedingte eine Reduktion der Lebenserwartung um 2 bis 4 Jahre, ein BMI zwischen 40 und 45 um 8 bis 10 Jahre. Eine zunehmende Bedeutung in der Prognose stellt neben dem BMI der Taillenumfang dar (Männer mehr als 102 cm, Frauen mehr als 80 cm, siehe beigefügte Tabelle) dar.

In einer großen Studie der Universität Dresden (DETECT) fielen in der ärztlichen Praxis fast 40 Prozent der Patienten unter die Definition des Metabolischen Syndroms.

Medical One: Welche Vorteile haben Betroffene, wenn das Metabolische Syndrom frühzeitig erkannt wird? Kann eine frühe Behandlung des Metabolischen Syndroms, z.B. durch eine Ernährungsumstellung, mögliche Folgekrankheiten verhindern?

Dr. Sudholt: Hierfür gibt es zahlreiche Belege. Eine klassische Studie randomisierte 3.234 Patienten, die sich 150 Minuten pro Woche sportlich betätigten und ihr Gewicht um 7 Prozent reduzierten. Die Studie zeigte, dass die Blutzuckerwerte durch die Intervention des Lebensstils, die eben auch eine Gewichtsreduktion beinhaltete, in 58 Prozent der Fälle normalisiert werden konnten.

Der Schlüssel zu einer hochwirksamen Diätprävention ist also eine Veränderung des Lebensstils mit Gewichtsreduktion.

Eine Senkung des Blutdrucks um 10 mm Hg, die sich oft schon nach einem Gewichtverlust von wenigen Kilos einstellt, senkt das Risiko für einen Herzinfarkt und einen Hirninfarkt um ca. 15 Prozent.

Medical One: Inwiefern kann der Magenballon eine effektive Unterstützung zur Behandlung des Metabolischen Syndroms sein? Welchen Menschen, die am Metabolischen Syndrom erkrankt sind, würden Sie eine Behandlung mit dem Magenballon empfehlen?

Dr. Sudholt: Die Gewichtsreduktion ist der zentrale Punkt in der Therapie des Metabolischen Syndroms – und genau dies kann der Magenballon den Patienten erleichtern. Immerhin – und das sind die Erfahrungen aus 2.500 Magenballon-Implantationen in der Medical One-Klinikgruppe –  nehmen die Patienten durchschnittlich ca. 15 kg während eines halben Jahres ab. Auch wenn die Ergebnisse von Patient zu Patient unterschiedlich ausfallen, ist eine solche durchschnittliche Gewichtsabnahme praktisch mit keiner anderen nichtoperativen Maßnahme zu erzielen. Für einen 170 cm großen Magenballon-Patienten mit 100 kg Ausgangsgewicht und einem BMI von 35 bedeutet dies, dass er nach einem halben Jahr einen BMI von 29 erreichen kann – immerhin ein Gewichtsverlust von 15 Prozent!  Mindestens genauso wichtig ist jedoch, dass durch verändertes Essverhalten, die intensive Diätberatung und zunehmende sportliche Betätigung während der Tragezeit des Magenballons eine nachhaltige Veränderung des Lebensstils resultiert – und dies gelingt bei sehr vielen Magenballon-Patienten.

Geeignet für die Magenballon-Behandlung sind Patienten, deren Begleiterkrankungen (Herz- und Gefäßkrankheiten) noch nicht zu weit fortgeschritten sind, ein bereits eingetretener Diabetes ist kein Hinderungsgrund, wenn die Adipositas-Therapie in enger Kooperation mit dem Hausarzt erfolgt.

Medical One: Können Magenballon-Interessierte im Beratungsgespräch bei Medical One ihre Blutwerte überprüfen lassen, um festzustellen, ob sie auch vom Metabolischen Syndrom betroffen sind?

Dr. Sudholt: Ja, auf Anfrage führen die Fachärzte gerne einen Bluttest durch und überprüfen so, ob und wie stark der Patient vom Metabolischen Syndrom betroffen ist.

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