Brustrekonstruktion

Genesung nach Brustkrebs steht an erster Stelle
Brustkrebs – die Diagnose ist für jede Frau ein großer Schock. Von einer Sekunde auf die nächste ist nichts mehr, wie es vorher war. Jedes Jahr stehen 52.000 Frauen in Deutschland vor dieser Situation. Damit ist Brustkrebs die häufigste bösartige Krebsart bei Frauen. Doch dank des medizinischen Fortschritts sind die Heilungschancen größer denn je. Mit der richtigen Therapie kann die Krankheit häufig überwunden werden. Jede Frau sollte sich zunächst von einem Brustkrebs-Spezialisten umfassend über die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten informieren lassen und sich anschließend ausschließlich auf ihre Therapie konzentrieren. Die Genesung hat schließlich die höchste Priorität!
Zurück zur Weiblichkeit nach Brustkrebs
Erst wenn der Krebs besiegt wurde und sich die Patientin von den Strapazen ihrer Therapie ausgiebig erholt hat, sollte sie sich im Falle einer Mastektomie (Entfernung der Brustdrüse) allmählich mit ihrem Wunsch nach einer Brustrekonstruktion auseinandersetzen. „Für viele Frauen bringt die Entfernung ihrer Brust einen großen Leidensdruck mit. Die Brust wird schließlich als den Inbegriff der Weiblichkeit angesehen. Sie ist quasi das Erkennungszeichen ihres Geschlechts, ihrer Sexualität. Der Verlust ihrer Brust bedeutet damit für die meisten Frauen auch immer einen Verlust ihrer Weiblichkeit“, erklärt Dr. med. Marian S. Mackowski, Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie, Plastische und Ästhetische Chirurgie an der Mang Medical One Schönheitsklinik in Hamburg. Die modernen Methoden der Brustrekonstruktion können von Brustkrebs betroffenen Frauen helfen, sich nach ihrer Genesung wieder als vollwertige Frau zu fühlen. Zudem hilft die Brustrekonstruktion den Frauen, mit der schmerzhaften Zeit ihrer Therapie abzuschließen und in ihrem Leben wieder nach vorne zu blicken.
Der medizinische Eingriff
Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs - somit bringt jede Brustrekonstruktions-Patientin eine andere Ausgangssituation mit. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Patientinnen gerecht zu werden, stehen unterschiedlichste Methoden des Brustaufbaus nach Krebs zur Verfügung. Diese Methoden werden in zwei Bereiche unterteilt: die Eigengewebsrekonstruktion und die Prothesenrekonstruktion. Letztere wird am häufigsten mit Hilfe von Silikonimplantaten realisiert. Die Brustrekonstruktionsmethode mit Silikongel-Implantaten kann in den meisten Fällen nur bei einer hauterhaltenden Mastektomie erfolgen. Zudem darf die Patientin zuvor keine Krebsbehandlung in Form einer Strahlentherapie erhalten haben, da das umgebene Gewebe dabei seine Elastizität verliert. Bei einer vorherigen Bestrahlung und bei einer Mastektomie mit Gewebsverlusten ist daher eine Eigengewebsplastik zur Brustrekonstruktion die bessere Wahl. Dabei wird ein Muskelhautlappen aus dem Rücken-, Bauch- oder Gesäßbereich entnommen, verpflanzt und anschließend wird aus dem so gewonnenen Eigengewebe die neue Brust geformt. Wird ein zusätzliches Volumen für die Brust gewünscht, kann das durch Einsatz von Implantaten erreicht werden.
Die Brustrekonstruktion mit Eigengewebe bedarf einer speziellen Logistik und jahrelanger Erfahrung. Diese Art des Brustaufbaus wird daher im Gegensatz zur Rekonstruktion mit Silikonimplantaten nur in ausgewählten Kliniken der Mang Medical One durchgeführt.
Bei der Brustrekonstruktion mit Implantaten sind in der Regel mehrere Operationsschritte notwendig. Hier muss, um ein optimales Behandlungsergebnis zu erzielen, die Haut zunächst die Weichteilsituation wiederhergestellt oder die vorhandenen Weichteile mit Expandern gedehnt werden. Das bedeutet, dass im ersten Schritt ein Expander in die zu formende Brust eingesetzt wird. Über ein Ventil wird der Expander anschließend in mehreren Sitzungen nach und nach mit einer Kochsalzlösung gefüllt, wodurch die Weichteile allmählich vorgedehnt werden bis die gewünschte Größe der Brust erreicht ist. Nach zwei bis drei Monaten kann schließlich der zweite Schritt der Brustrekonstruktion erfolgen: Der Expander wird gegen ein dauerhaftes Silikongel-Implantat ausgetauscht. Nach dem Einsetzen des Implantates erfolgt in der Regel eine Angleichung der Gegenseite, da eine exakte Rekonstruktion der alten Brust im Normalfall nicht möglich ist. Meist hängt die unbehandelte Brust etwas, wodurch ein unsymmetrischer Gesamteindruck entsteht. Dies kann durch eine Bruststraffung ausgeglichen werden. Je nach Ausgangspunkt der Patientin wird in einem dritten Schritt schließlich eine Brustwarzenrekonstruktion vorgenommen und eventuell eine Narbennachbehandlung.
Da der Brustaufbau nach Krebs nicht als eine rein ästhetische Operation, sondern als ein für die Psyche der Patientin medizinisch notwendiger Eingriff angesehen wird, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Brustrekonstruktion in einem Krankenhaus. Um ein bestmögliches ästhetisches Ergebnis zu erzielen, kann es allerdings Sinn machen, sich an einen Arzt zu wenden, der sich auf Brustoperationen spezialisiert hat und damit über ein größeres Know-how verfügt.
Da ein Wiederauftreten von bösartigen Krebstumoren auch nach einer erfolgreichen Krebsbehandlung nicht ausgeschlossen werden kann, fragen sich viele Patienten zu Recht, ob Brustimplantate Vorsorgeuntersuchungen oder Krebsbehandlungen beeinträchtigen können. Doch in diesem Hinblick müssen sich Brustrekonstruktions-Patientinnen keine Sorgen machen. In der Regel beeinflussen Brustimplantate keine Krebsbehandlungen wie beispielsweise Chemotherapien. Bei einer Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung sollten mit Implantaten behandelte Frauen ihren Arzt unbedingt über Ihre Brustkorrektur informieren, da eine Mammografie durch Brustimplantate erschwert werden kann. Es gibt aber andere Möglichkeiten der Brustkrebs-Diagnose wie Ultraschall oder eine Kernspintomographie, mit denen eine Vorsorgeuntersuchung auch mit Implantaten problemlos möglich ist.
Während früher ehemalige Krebspatientinnen auch nach einer Brustrekonstruktion mit einer Entstellung ihres Körpers leben mussten, können sich Patientinnen heutzutage auf natürlich wirkende Ergebnisse ihrer Brustrekonstruktion freuen. „Dank den modernen Techniken der Brustrekonstruktion können viele Frauen auch nach einer Mastektomie ihre Weiblichkeit wieder genießen und sich so nach einer langen Zeit des Kampfes ein Stück Lebensqualität zurückerobern.“, erklärt Dr. Marian Mackowski.