22.01.2012

Geschichte der Ästhetischen Chirurgie - Teil 4: Fettabsaugung

Weg mit dem Fett: Die Entwicklung zur heutigen Fettabsaugung

Die Geschichte der Fettabsaugung ist im Vergleich zu anderen Ästhetischen Eingriffen relativ jung, dennoch nahm sie einen äußerst unerfreulichen Anfang. Die erste Liposuktion wurde 1921 von dem Franzosen Dujarrier durchgeführt. Mit einer gynäkologischen Vakuumküvette saugte er an den Knien und Waden einer Versuchsperson Körperfett ab. Diese erste Fettabsaugung der Geschichte endete unglücklicherweise mit einer Amputation des Beins, was aus heutiger medizinischer Sicht bei solch einem unpräzisen Verfahren nicht verwunderlich ist. Heutzutage muss niemand mehr mit solchen Folgen nach einer Liposuktion rechnen. Dank des medizinischen Fortschritts sind die Risiken einer Fettabsaugung heute wesentlich geringer. Bis zur modernen und sicheren Liposuktion sollten allerdings noch einige Jahrzehnte vergehen.

Nach dem unglücklichen Ausgang der ersten Liposuktion wagten nur noch wenige Wissenschaftler weitere Fettabsaugungsversuche. So sollte die erste erfolgreiche Fettabsaugung erst fünfzig Jahre später stattfinden. Die amerikanischen Chirurgen Giorgio und Arpad Fischer zerstörten dazu das Fettgewebe ihrer Versuchsperson zunächst mit Hilfe eines kleinen, in einer Kanüle gelegten Skalpells und saugten das Fett anschließend ab. Diese Fettabsaugung sollte zwar ein erfolgreiches Ergebnis liefern, doch die Risiken dieser Liposuktionsmethode waren äußerst hoch. Die damaligen Fettabsaugungsmethoden brachten oft einen hohen Blutverlust mit sich und konnten im Ernstfall zu Wundbrand oder einem unregelmäßigem Hautbild führen.

1985 erfand der amerikanische Chirurg Jeffrey Klein schließlich die Tumeszenz-Liposuktion und legte damit den Grundstein für den heutigen Goldstandard unter den Fettabsaugungsmethoden. Bei dieser Liposuktionsmethode wird eine Lösung mit einem stark verdünnten örtlichen Betäubungsmittel in das Fettgewebe geleitet. Die Fettzellen quellen auf und lassen sich anschließend wesentlich leichter absaugen. Das Risiko von Nebenwirkungen, wie beispielsweise eine Verletzung von Blutgefäßen oder Nerven wurde dadurch bereits stark reduziert. Dank des lokalen Anästhetikums können die Risiken einer Vollnarkose ebenfalls vermieden werden. Heutzutage wird die Tumeszenz-Lösung unter anderem noch mit Adrenalin und Mineralien versetzt, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Blutung nochmals stark reduziert wird. 

Neben der Tumeszenz-Liposuktion wurden ab den 80er Jahren noch weitere Techniken zur Fettabsaugung entwickelt, die ebenfalls erfolgreiche Ergebnisse liefern und bis heute angewandt werden. Dazu gehören unter anderem die Vibrationsliposuktion und die Ultraschall-Fettabsaugung. Doch die weltweit am häufigsten durchgeführte Liposuktionsmethode ist immer noch die bewährte Tumeszenz-Fettabsaugung, da diese Liposuktionstechnik ästhetisch besonders zufriedenstellende Ergebnisse liefert und die geringsten Risiken aufweist. Auch bei Mang Medical One wenden wird dieses Verfahren der Fettabsaugung an.

In der heutigen Zeit, die durch Fast Food und ein schlankes Körperideal bestimmt wird, nimmt die Nachfrage nach einer Fettabsaugung stetig zu. Mittlerweile führt die Fettabsaugung neben der Brustvergrößerung die Spitze der häufigsten Ästhetischen Eingriffe an. Laut der International Society of Aesthetic Plastic Surgery, kurz ISAPS, entfielen im Jahr 2010 mehr als 18 Prozent aller in 25 Ländern durchgeführten plastisch-ästhetischen Eingriffe auf die Liposuktion.  

 

Ausblick auf den nächsten Teil der Reihe "Geschichte der Ästhetischen Chirurgie":

Teil 5: Von der Verpflanzung behaarter Haut zum Micrografting