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Brustvergrößerung: Ergebnisse der Frühjahrsakademie 2016 der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen

By 10. June 2016 No Comments

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von Dr. med. Marian S. Mackowski

Die XVI. Frühjahrsakademie der VDÄPC 2016 in Hamburg ist mit der Einführung des Implantatregisters zu Ende gegangen. Das ist ein großer Erfolg und eine besondere Freude für die beiden Tagungspräsidenten Prof. Dr. med. Detlev Hebebrand und dem Klinikleiter der Medical One Hamburg, Dr. med. Marian S. Mackowski, Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie, Plastische und Ästhetische Chirurgie. Die Akademie stand speziell unter dem Motto „Sicherheit und Standards in der ästhetischen Chirurgie“. Im Mittelpunkt der internationalen wissenschaftlichen Auseinandersetzung waren die Themen Mammaaugmentation und Gesichtskorrekturen. Das hohe Niveau des Operationskurses und der Vorträge sowie die rege Diskussion im Anschluss haben gezeigt, dass die Brustchirurgie, die zu den häufigsten ästhetischen Eingriffen auf der ganzen Welt gehört, nach wie vor eine hohe Emotionalität ausstrahlt. Mit dem Implantatregister, das bestimmte Augmentationskonzepte klar herausstellen wird, ist uns der entscheidende Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und langfristige Ergebnisstabilität gelungen.

Das moderne Augmentationskonzept der Nachhaltigkeit

Die Emotionalität des Wohlbefindens wird durch keine andere Region des Körpers besser manifestiert als durch ein anmutiges Dekolleté. Die formverändernde Brustaugmentation ist eine Chirurgie der Balance, weil sie versucht die erotische Ausstrahlung der Brust, die aus der Dynamik entsteht, mit Hilfe von festen Implantaten zu erreichen. Dafür brauchen wir verlässliche Konzepte. Bei keiner anderen Operation gibt es eine größere Anzahl von unreflektierten Glaubenssätzen und derart kontroversen Ansichten wie bei der Augmentation. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass die Ergebnisqualität von einer guten Durchblutung und erhaltener Stabilität der unteren Kurvatur direkt proportional abhängig ist.

Der wichtigste Schritt bei der Brustvergrößerung ist heute die Präparation einer Mischloge, in der das Implantat von verschiedenen Gewebearten bedeckt und geschützt wird. Dazu gehören Muskel, Faszie und der Haut/Fett-Mantel. Es ist daher absolut kontraproduktiv die Integrität zwischen Drüse und Muskel zu zerstören, weil dadurch die Vaskularisation des Drüsenparenchyms aufs Gröbste beschädigt wird. Ein solches Vorgehen führt zu Atrophie des Drüsenkörpers, unnatürlichen, bizarren Formen („Pampelmuse“), Rippling, Fremdkörperhaptik, es beschleunig die Ptose und, am aller wichtigsten, es erhöht die Rate der Kapselfibrosen um das 10-fache. Das bewusste Ignorieren dieser bekannten Tatsachen ist inakzeptabel und verletzt die moralischen Grundlagen ärztlichen Handelns. Es gibt in der Literatur keine einzige Publikation, die eine epimuskuläre Augmentation empfiehlt. Wir haben aber zahlreiche Veröffentlichungen, die sich eindeutig in Richtung Mischloge (früher Dual Plane) positionieren, weil es die einzige Operationstechnik ist, die bei maximaler Schonung der bedeckenden Weichteile eine nachhaltige Ergebnisstabilität ermöglicht. Die wichtigsten drei Präferenzen bei der Brustvergrößerung sind heute der Zugang über die Inframammärfalte, die Bildung einer Mischloge und der Einsatz formstabiler Implantate. Dazu kommt ferner der Gebrauch von feinen Drainagen, weil durch den Vakuum-Effekt der „Totraum“ reduziert wird, was die primäre Verklebung des Implantates mit den umliegenden Weichteilen im Sinne einer Rotationssicherung beschleunigt. Selbstverständlich gehören die wichtigen präoperativen Vermessungen und die postoperativen Verhaltensregeln zum Gesamtkonzept dazu.

Das Befolgen des Augmentationskonzeptes bei der Planung und Durchführung des Eingriffs macht die Brustvergrößerung zu einem der sichersten ästhetisch-chirurgischen Verfahren. Es zeichnet sich durch hohe Nachhaltigkeit und Stabilität der Operationsergebnisse aus und schafft größte Patientenzufriedenheit.

Die weibliche Brust stellt die nonverbale ästhetische Kommunikationseinheit Nr. I dar. Es ist daher eine besondere Verpflichtung für die plastisch-ästhetischen Chirurgen Position zu beziehen und den Gewinn an Erkenntnissen in entsprechende Leitlinien umzusetzen. Der medizinische Fortschritt definiert sich als Reflexion moralischer Grundlagen ärztlichen Handelns. „Chirurgie, die ihre Konzepte nicht ständig anpasst, ist nicht zeitgemäß. Sie verletzt die Prinzipien der medizinischen Ethik und gefährdet die Gesundheit der Patienten“ (G. Maio).

Das hier vorgestellte Konzept ist die Quintessenz aus 5 Jahrzehnten der Augmentationschirurgie. Es bietet die größtmögliche Sicherheit und Ergebnisstabilität, die heute operative erreicht werden kann.