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Unterspritzungen vom Heilpraktiker ?

By 2. July 2019 No Comments

Die Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure ist ein Millionengeschäft. Doch wer darf den beliebten Füller eigentlich spritzen? Während der Effekt von hyaluronsäurehaltigen Cremes immer noch  fragwürdig ist, ist der Effekt von einer Hyaluronunterspritzung unmittelbar nach dem Eingriff zu sehen. Lippen werden voller und Falten glatter.

Wer darf was spritzen? ????

Anders als bei Botox, welches ausschließlich von Ärzten gespritzt werden darf, dürfen in Deutschland auch Heilpraktiker Hyaluronsäure spritzen.

Bei der Faltenunterspritzung können unterschiedliche resorbierbare (auflösbare) und nicht-resorbierbare (dauerhafte) Wirkstoffe injiziert werden. Die bekannteste Substanz ist Hyaluronsäure, welchen neben der Reduktion von Falten auch als Filler für Lippen, zum Aufbau der Wangen, zur Nasenkonturierung, zur Kinnmodelierung, Anhebung der Augenbrauen und noch vielen weiteren Körperpartien verwendet werden kann. Die andere sehr bekannte Substanz zur Faltenunterspritzung ist das Nervengift Botox, welches überwiegend in der oberen Gesichtshälfte eingesetzt wird, um die mimische Muskulatur zu lähmen, welche zum Beispiel Zornesfalten verursacht.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen durch den Behandler

Eine Faltenunterspritzung birgt Risiken und kann durch unsachgemäße Anwendung dauerhaft Schäden verursachen. Wer eine Faltenunterspritzung durchführen darf, ist daher genau geregelt. Faltenunterspritzungen- und Unterfüllungen dürfen nur von approbierten Ärzten und Heilpraktiker durchgeführt werden. Andere Mediziner (z.B. Zahnärzte), medizinisches Personal, Kosmetiker oder gar Laien, dürfen keine Behandlungen in diesem Bereich vornehmen.  Gesetzesgrundlage ist das Heilpraktikergesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung, Paragraph 5.

Mediziner brauchen Jahre um zu lernen, wo Muskeln, Blutgefäße und Nerven verlaufen und wie die Haut aufgebaut ist. Schon bei Heilpraktikern ist fraglich, wie gut sie wirklich die Gesichtsanatomie kennen.

Das Injizieren des Füllmaterials in die Haut, erfordert neben dem gebotenen notwendigen allgemeinen Wissen bei der Verabreichung von Injektionen, auch zusätzliche Kenntnisse über den Aufbau und die Schichten der Haut sowie über den Verlauf von Blutgefäßen, Nervenbahnen und Muskelsträngen.

Ein Laie kann die Gefahren weder richtig abschätzen noch die Folgen einer fehlerhaften Unterspritzung behandeln. Darum betrachte man auch die zahlreichen Heilpraktiker-Angebote mit Sorge. „Das günstige Hyaluronsäure-Angebot kann für den Patienten schnell zu einer großen Gefahr werden“, sagte der Mediziner mit Blick auf Dumpingangebote, die Kunden mit Rabatten von bis zu 70 Prozent anlocken. Dass hinter diesen Angeboten nicht immer eine medizinische Ausbildung steht, lässt sich erahnen.

Aus gutem Grund: Wenn Sie Hyaluronsäuren aus Versehen in ein Blutgefäß oder in einen Nerv spritzen, kann dies ernste Folgen haben. Teile des Gesichts können absterben oder man können erblinden.

Doch Risiken bestehen trotzdem. Wird der Filler falsch angewendet, macht der Behandler also Injektionsfehler, können unschöne und belastende Nebenwirkungen auftreten. Beispielsweise zieht mangelnde Desinfektion möglicherweise Infektionen und Entzündungen nach sich. Wird ein zähflüssiger Filler zu oberflächlich gespritzt, bilden sich Knötchen oder sichtbare Stränge. Und injiziert der Behandler zu viel, ist das ästhetische Ergebnis nicht befriedigend. Dann bilden sich beispielsweise abgesetzte Apfelbäckchen. Hautärzten und plastischen Chirurgen, die auf ästhetische Medizin spezialisiert sind, unterlaufen diese Fehler kaum. Allerdings dürfen in Deutschland je nach Bundesland auch der Heilpraktiker und Kosmetiker Fillerinjektionen vornehmen. Und manche Hyaluronfiller gibt es sogar über das Internet für jeden zu beziehen.

Woran erkenne ich einen guten Behandler?

Ein seriöser Behandler unterspritzt in seiner eigenen, entsprechend ausgestatteten Praxis, verwendet bekannte, hochwertige Markenprodukte. Ein erfahrener Behandler unterspritzt jeden Tag mehrere Patienten und hat damit Erfahrung und Routine in diesem Eingriff. Der Behandler sollte über gewisse Qualifikationen verfügen. Wichtig zu wissen ist ebenfalls, was auf dem Praxisschild zu lesen ist. Die Begriffe “Plastische und Ästhetische Chirurgie” sind von Landesärztekammern geschützt. Bezeichnungen, wie  „Plastische Operation” oder “Schönheitschirurgie” sind Zusatzbezeichnungen, welche auch Ärzte aus anderen Bereichen tragen können.

Außerdem sollten Sie vor jedem Eingriff unbedingt ein Beratungsgespräch vereinbaren, um sich ein Bild vom behandelnden Arzt machen und Ihre Wünsche ausführlich besprechen zu können. Des Weiteren finden sich im Internet auch sehr oft Informationen zum Arzt, sowie Erfahrungsberichte von unabhängigen Patienten. Achten Sie immer darauf, dass Sie sorgfältig über die Risiken des Eingriffs aufgeklärt werden und diese vom Arzt nicht verharmlost werden.

 

Zusammenfassend möchten wir Ihnen sagen, dass Sie sich vor jedem Eingriff, ausführlich über den Eingriff informieren und sorgfältig nach einem passenden Behandler suchen sollten. Holen Sie sich gerne mehrere Meinungen ein und lassen Sie sich nicht von günstigen Preisen locken. Es ist Ihr Körper und vor allem Ihr Gesicht – experimentieren Sie nicht damit!